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Rejuran Skinbooster/Polynukleotide

Rejuran Skinbooster/Polynukleotide

Rejuran Skinbooster: Was Polynukleotide können — und was die Studien tatsächlich zeigen

Polynukleotide sind derzeit eines der meistdiskutierten Themen der regenerativen Ästhetik. Der Unterschied zu klassischen Fillern ist grundlegend: Es geht nicht um Volumen, sondern um Gewebequalität. Nicht um Auffüllen, sondern um Regeneration. Genau deshalb lohnt ein genauer Blick auf die Datenlage — auch dort, wo sie noch dünn ist.

Was Polynukleotide sind

Polynukleotide (PN) beziehungsweise Polydeoxyribonukleotide (PDRN) sind hochgereinigte DNA-Fragmente, die aus Lachs gewonnen werden. Sie wirken nicht als Füllmaterial, sondern als biologisches Signal im Gewebe.

Der Wirkmechanismus ist pharmakologisch gut beschrieben: PDRN aktiviert Adenosin-A2A-Rezeptoren auf Fibroblasten, erhöht die VEGF-Ausschüttung, beschleunigt die Kapillarbildung und stimuliert die Kollagen-Typ-I-Synthese in geschädigter Haut.

Bemerkenswert ist die Herkunft der Substanz: Ein Großteil der Evidenz stammt ursprünglich aus der Wundheilung und Geweberegeneration — Verbrennungen, diabetische Ulzera, Lappenperfusion — wo PDRN seit Jahrzehnten klinisch eingesetzt wird, lange vor der ästhetischen Anwendung.

Die Studienlage

Phase-III-Studie (2014): Die zentrale Zulassungsstudie untersuchte Rejuran an Krähenfüßen im Split-Face-Design. 72 Patientinnen erhielten randomisiert auf einer Gesichtshälfte Rejuran, auf der anderen einen Hyaluronsäure-Filler.

In der Wirksamkeitsbeurteilung zeigte die Rejuran-Gruppe die höchste Elastizität und Kollagenzusammensetzung sowie signifikante Unterschiede bei Hautrauigkeit und Faltentiefe; unerwartete Nebenwirkungen traten nicht auf.

Hier gehört ein wichtiges Detail zur Ehrlichkeit dazu: Beim primären und sekundären objektiven Wirksamkeitsendpunkt ergab sich zwischen den beiden Gruppen keine statistische Signifikanz.

Rejuran war dem Vergleichspräparat also in den vordefinierten Hauptzielgrößen nicht überlegen — die Vorteile zeigten sich in den Gewebeparametern.

Split-Face-Studie (2020): Eine koreanische Untersuchung an 20 Patientinnen dokumentierte über zwölf Wochen eine Verbesserung der Hautelastizität und eine Zunahme der Dermisdicke auf der behandelten gegenüber der unbehandelten Seite.

Narbenbehandlung: Eine Fallserie untersuchte Polynukleotide bei unterschiedlichen Narben- und Verbrennungstypen. Der Kollagenzuwachs trägt dabei zu verbesserter Hautstruktur und Elastizität bei, was für das Narben-Remodeling besonders relevant ist; zusätzlich wirkt die Substanz entzündungsmodulierend.

Die ehrliche Gesamteinschätzung: Humanstudien — überwiegend kleine randomisierte oder Split-Face-Studien, Fallserien und Beobachtungskohorten — zeigen konsistente Verbesserungen bei Wundverschluss, Dermisdicke, Hautelastizität und Textur; die Heterogenität von Formulierungen, Endpunkten und Nachbeobachtungszeiträumen begrenzt jedoch die Generalisierbarkeit.

Anders gesagt: Die Richtung ist konsistent, die Studien sind klein. Wer mehr verspricht, geht über die Daten hinaus.

Ablauf und Indikationen

Die Substanz wird mit sehr feiner Nadel in mehreren Depots in die Dermis eingebracht. In der publizierten Fallserie wurden pro Sitzung 2–6 ml über eine 32-Gauge-Nadel injiziert.

Typische Indikationen sind:

  • Hauttexturveränderungen
  • Feine Linien
  • Aknenarben
  • Dünne Haut im Unterlidbereich
  • Regeneration nach Laserbehandlungen

Üblich sind zwei bis drei Sitzungen im Abstand von etwa zwei bis vier Wochen.

Nebenwirkungen

Nach der Behandlung sind für ein bis zwei Tage kleine Quaddeln, Rötung und gelegentlich Hämatome an den Einstichstellen zu erwarten — Ausdruck der Injektionstechnik, nicht der Substanz.

Da es sich um ein injizierendes Verfahren handelt, gelten die üblichen Kontraindikationen:

  • Infektionen im Behandlungsgebiet
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • Autoimmunerkrankungen unter Abklärung
  • Bekannte Fischallergie